Schauriger Fund

Jeden Tag erhalten wir eine weitere Hijobsbotschaft: Seien es Mehrkosten für die Sporen, die Hangsicherung, eine nicht versiegen wollende Wasserader, die die Baustelle in einen Teich verwandelt und den Boden noch weicher macht, ... Aber was wir heute als Anruf erhielten, damit hätten wir NIEMALS gerechnet: "Ähm, Guten Tag Herr Spinnler. Wir haben Knochen gefunden!" "Knochen? Von einem Tier?" "Das wissen wir nicht so genau. Sie sollten besser kommen und sich das selber ansehen."

Nur wenige Minuten später standen wir auf der Baustelle.

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Diese Knochen waren so gross wie Menschenknochen und wenn man genau hinsah, konnte man Teile eines Torsos erkennen.

In solch einem Moment möchte man lachen und heulen gleichzeitig.

Wir riefen das archäologische Museum an und die Frau, welche für uns zuständig war, kam sofort vorbei. Auch sie wusste nicht weiter und musste den Kantonsarchäologen rufen. Sollten es wirklich Menschenknochen sein, könnte das einen Baustopp mit sich bringen von mehreren Tagen. Bei einem jungen Alter oder gar mehreren Skeletten, sogar die Präsenz der Polizei.

Zum Glück stellte sich heraus, dass es sich um ein Skelett eines Kalbes handelte. Also durfte weitergemacht werden. Aber der Schreck steckte dennoch ganz schön in den Knochen.

Sonniger Juni? Eher teurer Juni!

Wir dachten damals noch, dass der Juni sicher ein perfekter Monat ist für den Aushub und Kellerbau. Und das sagte uns auch jeder andere. Doch leider erwischten wir ausgerechnet die schlimmsten 3 Wochen der vergangenen 20 Jahre!

Es regnet und regnet und hört nicht mehr auf. Was macht der Boden, wenn er übersättigt ist? Richtig: Er verliert seine Stabilität. Und das ist während des Aushubes, insbesondere während des Baus der Hangsicherung, die schlechtmöglichste Situation. Die Sondierungen sind teilweise eingebrochen, der Hang rutscht, überall fliesst nur so das Wasser raus. Für uns heisst das erhebliche Mehrkosten für die Absicherung des Hanges und das zusätzliche Material bei den Sporen.

Und aufschieben können wir den Aushub leider nicht, da der Keller schon bald geliefert werden soll und bis dahin alles fertig sein muss. Auch den Kellertermin können wir nicht um ein paar Tage verschieben - es würde sich dann gleich um mehrere Wochen handeln, was ebenfalls Einfluss auf den Hausliefertermin hat. Und das wollen wir natürlich nicht!

Der Himmel weint und wir am liebsten mit.

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Das Archäologische Museum

Wir haben damals bei der Einreichung des Baugesuchs versucht alle Möglichkeiten eines Einspruchs zu unterbinden: Wir haben unsere Pläne vorher schon der Gemeinde sowie den zukünftigen Nachbarn vorgelegt und versucht ein gutes Verhältnis zu ihnen aufzubauen. Dabei haben wir versucht rauszuhören, ob es Erwartungen oder Bedenken ihrerseits gibt und auf diese auch einzugehen.

Und wir waren uns sehr sicher, dass sie uns keine Steine in den Weg legen würden in Form eines Einspruchs. Was sie ja auch glücklicherweise nicht taten. Jedoch erhielten wir einen Einspruch von einer von uns nicht beachteten Partei: Dem archäologischen Museum BL. Laut dem Gemeindezonenplan liegen wir ausserhalb der archäologischen Zone. Darum haben wir nie auch nur einen Gedanken an das Museum verschwendet. Im Januar hielten wir dennoch einen Brief von ihnen in den Händen mit einem Einspruch und gleichzeitig dem Angebot, den Einspruch zurückzuziehen, sollten wir ein Dokument unterzeichnen mit dem wir uns einverstanden erklären, dass wir Sie rechtzeitig über Bauarbeiten auf dem Grundstück informieren und ihnen gestatten würden den Aushub zu begleiten. Grund war, dass wir laut kantonalem Plan sehr wohl in der archäologischen Schutzzone liegen würden. Alles diskutieren brachte nix, also unterschrieben wir und der Einspruch wurde zurückgezogen.

Vor einigen Wochen unterrichtete ich entsprechend die Kontaktperson des Museums über die Termine unseres Bauvorhabens und heute, da der Aushub begann, stand sie pünktlich vor uns. Sie betrat unser Grundstück und schien leicht enttäuscht, dass bisher kaum etwas abgetragen worden war, so dass sie auch noch nicht nach Fundstücken suchen konnte.

Ich bot ihr an, dass es ganz oben am Grundstück ja noch einen Haufen Humus gäbe vom Sondierungsschlitz, welchen Sie gerne ansehen dürfe. Ich fügte noch lachend an, dass sie sicher nichts finden würde. Also schritt sie dorthin, bückte sich und sagte: "Und schon haben wir was gefunden. Sicher prärömisch." Ich dachte, das sei ein Witz und lachte immernoch. Doch sie hielt mir eine schwarze, kleine Scherbe entgegen und fing an zu erklären: "Sehen sie diese Rillen hier? Sie zeigen, dass es handgefertigt wurde..." Und mir fror alles im Gesicht ein. Sie hatte tatsächlich etwas gefunden. Zum Glück erklärte sie mir dann, dass sie für einen Baustopp eher einen Mosaikboden finden müsse. Wir dürften weitermachen. Sie würde von nun an einfach häufiger als bisher geplant vorbeikommen und den Boden auf römische Fundstücke untersuchen.

Geht ja schon gut los.

Es geht endlich los!

Wer sagt, dass ein Hausbau wie eine Geburt ist, hat wahrhaftig recht! Man ist neun Monate lang schwanger, freut sich darauf, hat ständig Arztbesuche, sieht das Baby in 2D, vielleicht sogar in 3D, kauft ein, plant, versucht sich alle auszumalen und freut sich darauf. Aber wenn es dann da ist, haut einen die Realität doch um. Dieses kleine etwas, das man all die Zeit wenn überhaupt spüren konnte, hat endlich ein Gesicht - und Hände und Füsse und ist perfekt. Man kann es nicht fassen und möchte es am liebsten nur noch anstarren und anfassen.

Wir haben nun 18 Monate Theorie, Planung, Träumen, (Ver-)Zweifeln, hunderte von Gesprächen und Emails und noch mehr Planung hinter uns. (Alle Beteiligten tun uns unendlich leid und wir schätzen Ihr Verständnis und Ihre Geduld mit uns sehr!) Es waren wirklich 18 Monate reinste Theorie. Und nun zu sehen, wie diese Pläne in die Realität ungesetzt werden, wie ein Bagger unser Grundstück ummodelliert, ist so unglaublich. Zu sehen, dass tatsächlich etwas passiert und es nun bald "soweit ist". Für uns war der heutige Schritt wie ein erster sichtbarer Tritt. Etwas greifbares und sichtbares. Und wir freuen uns auf alles weitere.

(Und anstarren tun wir unser Projekt bereits jetzt schon fleissig durch den Live-Blog, für welche Manu eine Kamera bei den Nachbarn installieren durfte. Viel Spass auch euch beim Zusehen.)

Bagger

Apropos Geburt: Nebst unserem Haus wird auch unser drittes Kind im Dezember "fertig" sein. :)

Baustellenbesprechung

Grosser Besuch auf dem Grundstück: Der Tiefbauer, Brunnmeister, Kellerbauer, Bauleiter und die Bauherren kamen alle zusammen, um eine Baustellenbesprechung zu führen. Es wurden Fragen und Probleme, Abläufe und Termine geklärt und das Grundstück genauestens begutachtet. Es wurde hin- und hergelaufen, Pläne in A2 Grösse geöffnet, geschlossen, Notizen gemacht und diskutiert.

Ein aufschlussreicher, wenn auch anstrengender Termin. So viele Fragen, die auch an uns gestellt wurden, Entscheidungen, die wir plötzlich treffen mussten und wichtige Informationen, die wir erst jetzt wie beiläufig erhielten. Unser Notizblock füllte sich immer mehr und Anmerkungen erhielten Anmerkungen, unsere Köpfe rauchten und die Herren der Gewerke sahen immer zufriedener aus, wenn sie auch ungeduldig auf Ihre Uhren sahen und sich nach gut 3 Stunden Besprechung müde von uns und einander verabschiedeten.

Zum Schluss erstellte unser Bauleiter ein Protokoll, welches uns zur Unterschrift zugeschickt und an alle anderen Gewerke zur Bestätigung verschickt wurde.

Einen weiteren grossen Schritt in Richtung Projekt-Realisierung haben wir hinter uns.

Achtung - Baum fällt!

Ein Glück, haben wir tolle, erfahrene und gut ausgerüstete Freunde. Bevor mit dem Aushub begonnen werden kann, ist es unsere Pflicht den noch bestehenden Williams-Christ-Birnenbaum zu fällen und das Gras zu Kürzen.

Und wie wir halt so sind: Wir machen immer alles auf den letzten Drücker. :) Ein Glück, hatten wir gutes Wetter und konnten die Arbeit nach Feierabend noch bei Tageslicht verrichten. Nochmal Danke an alle Helfer!

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Geologisches Gutachten

Heute wurde das geologische Gutachen gemacht.

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Dafür war ein fast 5m tiefer Sondierungsschlitz nötig. Wir würden ja gerne sagen, dass es spannend war, aber das einzig spannende daran war zuzusehen, wie der Bagger sich mit seiner Schaufel und seinen individuell beweglichen Rädern den Hang hinaufzog.

Baugesuch-Zwischenbericht

Es ist ein Moment zum Heulen, wenn man den Zwischenbericht des Bauinspektorates öffnet und eine lange Liste mit Forderungen, Auflagen, etc. darinstehen. Und vor allem, wenn man das Gefühl hat, dass die Hälfte davon reine Schikane ist.

Also ging es wieder ans Baugesuch:

  • mit einem Landschaftsarchitekten gemeinsam die Umgebung und insbesondere die Auffahrt anschauen, wobei sich herausstellt, dass im Prinzip alles realisierbar und in Ordnung ist (nur Kleinigkeiten wurden der Ästhetik wegen und eine Liniendarstellung den Richtlinien entsprechend angepasst.)
  • einen unserer zukünftigen Dachziegel besorgen für die Gemeinde zum Anschauen
  • gewünschte Korrekturen in den Plänen machen (und hübsch grün markieren nicht vergessen)
  • Unterschriften der Nachbarn einholen, dass sie mit allem einverstanden sind
  • usw.

Die Zeit, zwischen Mai und Dezember 2015, als ich nur Mami, Hausfrau und Architektin war, war alles viel einfacher. Da war das Planen, Zeichnen, Recherchieren, Emails schreiben und Rumtelefonieren wie ein 50% Job. Jetzt, mit einer richtigen Halbtags-Anstellung in einer Schule, ist es in der Tat eine grosse Herausforderung. Und der Haushalt bleibt nicht selten liegen.

Dennoch, ganz unabhängig vom Zeitmanagement und der zusätzlichen Arbeitsbelastung: Irgendwann hängt einem alles Planen und Zeichnen zum Hals raus und man bereut zutiefst, die Architekturleistung selber übernommen zu haben. Wie schön es doch wäre, jemand anderen das alles erledigen zu lassen...

Glücklicherweise haben wir unser Baugesuch Anfang April dann doch endlich erhalten. Das heisst für uns: ES DARF LOSGEHEN!!!

Ausstattungsplankorrekturen

Ausstattungsplankorrekturen muss ich mir für das nächste "Hangman"-Spiel merken.

Wir haben Kopien von den Plänen erhalten, welche wir gemeinsam mit Frau XY während der drei Ausstattungstage erstellt haben zur Unterschrift. Und wie wir halt so sind - es gab wieder Änderungen - viele!

Ganz ehrlich: Es sollten alle Bauherren nach der Ausstattungsberatung ein Bauforen-/ Baublog-/ Pinterest-/ Houzz-/ Onlineshopping-/ Baumesse-Verbot erhalten. So würde sich Weberhaus viele Änderungen sparen. Das Internet bietet so viele neue Ideen und Möglichkeiten für ein Haus, es ist schrecklich. Schrecklich schön so seine Zeit zu verbringen.

Aenderungen

Etwa so sahen alle unsere Pläne bei der Rücksendung aus. Und ich traue mich nicht zu sagen, wie häufig die Pläne hin- und hergeschickt wurden. :(

Die Ausstattungsberatung

Um den Titel "Weberhaus-Besitzer" zu erhalten, muss man einiges durchlaufen:

  • Beratungsgespräche vom Weberhausvertreter
  • Vertragsabschluss
  • Protokoll und Vorpläne mit dem Architekten
  • Erste Finanzierungen
  • Ausstattungspläne erhalten
  • Baugesuch
  • Ausstattungsberatung
  • Ausstattungsvertrag unterzeichnen
  • Kellerbau
  • nächste Finanzierung
  • Hausaufbau und Innenausbau
  • finale Finanzierung
  • Hausübergabe und Einzug

Wir sind aktuell etwa in der Mitte. Unsere Ausstattungspläne haben wir bereits vor ein paar Wochen erhalten, unsere ersten Notizen am Rand gemacht, Sachen ergänzt und abgeändert, Listen zur Gesprächsführung geschrieben, eine Mappe mit Ausstattungsideen erstellt, etc. Nun war es endlich soweit, dass wir zur Ausstattungsberatung nach Rheinau-Linx eingeladen wurden. ENDLICH!

3 Tage lang nur Elektropläne, Fliesen, Sanitäranlagen, Fenster, Türen, Treppen, usw. anschauen und entscheiden. Drei Tage...klingt ja wirklich nach genügend Zeit für so ein paar Entscheidungen. Vor allem, wenn man meint, dass man bereits weiss, was man will und was zusammen passt. Wir sind ja schliesslich schon zwei Mal im "World of Living" von Weberhaus gewesen und haben uns bereits einige Sachen genauestens angeschaut/ in die engere Auswahl genommen/ ausgesucht. Tja, wie sehr man sich doch irren kann!!!

Allein für unsere drei Badezimmer haben wir einen ganzen Tag gebraucht. Jawoll, einen GANZEN TAG! Wie das? Das haben wir uns gegen Mittag auch gefragt. Es geht etwa so los, dass man dort zwischen ca. 12 ausgestellten Badezimmern hin- und herläuft, alle Toiletten probesitzt (natürlich mit Hose an), um rauszufinden, welche am bequemsten ist/ am besten zu Putzen/ am besten gefällt/ zum Stil des Bades passt/ o.ä., um danach die Höhe des Sitzes zu definieren (nochmal einige probesitzen, wobei man sich ja überhaupt nicht dämlich vorkommt hust), dann die Waschbecken abcheckt, auch dort die Höhe definiert, Extrawünsche vielleicht noch anbringt, die Abflussrohrhöhe abmisst und notiert, einen passenden Wasserhahn aussucht (Wasserhahn in der Wand oder am Waschbrunnen?), ein ähnliches Prozedere mit den Duschen und der Badewanne durchläuft und deren Armaturen... und wenn man erleichtert aufatmet und meint, man hat es jetzt geschafft, wird man noch nach den WC-Drückern für die Wand, Seifenspendern, den Handtuchhaltern, der WC-Bürstenhalterung und dem WC-Papier-Abroller gefragt. An dieser Stelle fängt man an festzustellen, dass der Magen ja bereits knurrt und noch keine Fliesen ausgesucht wurden. seufz

Nachdem diese Fragen endlich geklärt sind, wird man zum Mittagessen entlassen. Und man blickt sich in der "Bauherren"-Ecke vorsichtig um, ob die anderen Paare sich ebenfalls erschöpft anschweigen oder immer noch angeregt mit vollem Mund ihre Ideen und Wünsche austauschen. Nach dem Essen schlendert man gestärkt und gutgelaunt an den Ausstell-Bädern vorbei zur Fliesenabteilung und denkt sich noch: "Gut, das haben wir jetzt hinter uns, jetzt kommen die Fliesen - das sollte schnell gehen." Haha, wieder falsch! Wieso? Ganz einfach: Wenn man sich endlich auf eine Bodenfliese geeinigt hat, geht man auf die Suche nach einer passenden Wandfliese. Man läuft mit den Fliesen-Mustern vom Tisch zum Tageslicht, in ein Bad, das so ähnlich war, wieder zum Tisch zurück und manchmal macht man die Runde mehrmals mit ähnlichen Fliesen, bevor man sich endlich sicher ist. Man strahlt die Beraterin stolz an und wird sogleich verbal geohrfeigt: "Welche Fliesengrösse hätten Sie denn gerne? 60/20, 40/40, 60/40 oder 60/60? Sollen die Fliesen wild verlegt werden, Verbandverlegung, im halben Versatz, gedrittelt? Bis zu welcher Höhe? Ist der Rest dann Verputzt? Wollen Sie noch Mosaik? Und die Fugen - welche Farbe sollen die haben?" Und bis man alle diese Fragen - und auch Fachvokabeln - geklärt hat, ist schon über eine Stunde um. Und man muss noch zwei weiter Bäder genau gleich entscheiden.

Ja, das Bad war etwa der schlimmste der drei Tage und zum Glück auch der letzte.

Den ersten Tag verbrachten wir mit der Auswahl der Fenster, Fensterbretter, Türen, Handgriffe, Treppe, Fassade, Storen, Garagentor, Schalter, Dachziegel, etc. Und den zweiten Tag sassen wir fast ausschliesslich um unsere Pläne herum und mussten die Bereiche im Gehirn foltern, die für das räumliche Vorstellungsvermögen und die Phantasie zuständig sind. Am Abend raucht einem der Kopf von den vielen Elektroplänen! Wo genau welcher Schalter, warum und welche Höhe? Eine einfache Steckdose oder eine Dreifachsteckdose? Welcher Lichtschalter ist mit welchen Lampen verbunden? Braucht es dort wirklich eine Steckdose? Haben wir auch nicht zu wenig? Lieber einen Bewegungsmelder? Und haben wir aussen auch genug Strom? Die Inneneinrichtung sollte für diesen Plan besser schon durchdacht sein, sonst macht man schnell Fehler.

In den Nächten dazwischen schlief man gut, in dem von Weberhaus bezahlten Hotelzimmer, aber jede wache Minute wurde geplant, gegrübelt, ob man auch an alles gedacht hatte, Ideen abgesprochen und Pläne gewälzt.

Nach diesen Tagen schworen wir uns, dass wir während der Heimfahrt keine Haus-Sachen mehr besprechen würden. Aber irgendwie bestand bei Ankunft eine Liste, die wir am gleichen Abend per Mail der Ausstattungsberaterin schickten mit weiteren Änderungen und Fragen. Ich würde ja gerne sagen, dass das die einzige Email war, die sie von uns erhielt, aber uns fiel in den folgenden Wochen noch oft "etwas" ein. Die arme Frau XY.

Der Ausstellungsbereich Der Ausstellungsbereich

Fassadenpalette Die Hälfte der möglichen Fassadenfarben

Dachziegel und Fensteraussenfarbe Unsere Dachziegel und Fensteraussenfarbe. Innen werden die Fenster in weissem Holz sein.

Fassadenfarben Unsere Fassadenfarben: hellgrau für das Haus und dunkelgrau für den Erker.

Haustüre Unsere Haustüre, jedoch mit kürzerem Handgriff

Haustürklinke Die Türklinke für die Haustüre

Treppen Nur ein paar Treppenideen

Treppenstufenfarbe Unsere Treppe wird weiss und dunkelbraun - passend zum Boden.

Storen Unsere Storen für die grossen Fenster - Einbruchsicher. Alle übrigen Fenster erhalten Raffstoren.

Fensterbrett Fensterbrett aussen

Schalter Welcher Schalter darf es sein?

WC Ein WC ausgewählt für alle drei Bäder

Kinderbad Kinderbad-Fliesen

Gästebad Gästebad-Fliesen

Elternbad Elternbad-Fliesen und die Möbelfront passend dazu. Und ihr werdet es mir nicht glauben, wenn ich euch sage, dass auf diesem Bild die gleiche Fliese zwei Mal drauf ist. Ein Muster liegend, das andere stehend als Wandfliese. Durch den Lichteinfall wirkt die Fliese farblich so unterschiedlich, als seien es zwei unterschiedliche Muster. Wir mussten es auch erst selber sehen, um es zu glauben.

Das Baugesuch und die Stäbe

Diese Woche reichten wir ENDLICH nach Wochen voller Recherchen, Pläne Zeichnen mit bis dato unbekannten Programmen, Gesprächen mit Fachleuten, vielen unnötig bedruckten Blättern, hohen Plotterkosten und sehr wenig Schlaf das Baugesuch ein. Ein riesiger Stapel Papier, kann ich euch sagen!

Dokumente Auf dem Bild hier seht ihr nur eine der vier Ausführungen, die man einreichen muss. Vom vielen Unterschreiben jedes einzelnen Blattes, tut einem irgendwann die Hand weh.

Und zu jedem Baugesuch gehört auch das Baugerüst. Sehr spannend zu sehen, wo das Haus später tatsächlich mal stehen wird. Die Fantasie ist ja schön und gut, aber die Stäbe waren viel hilfreicher...wenn auch nur ein paar Wochen lang.

Baugerüst

Architekturleistung - Nehmt euch einen Profi

Wenn man die Architekturleistung selber übernimmt, wird man von allen Beteiligten mit hochgezogenen Augenbrauchen gefragt, ob man sich das gut überlegt hat. Es wird einem aufgezählt, was auf einen zukommen wird und was erwartet wird, dennoch sprechen alle einem gut zu, dass man das sicher schaffen kann. Man lernt auch eine Menge und ist schlusendlich stolz auf seine geleistete Arbeit.

Jedoch wird man irgendwie nicht über gewisse Details aufgeklärt. Wie zB. über die zeitliche Einschränkung der Architekturleistung, welche eingehalten werden sollte (Weberhaus hat einen genauen Zeitplan, welchen der Architekt einhalten muss, sonst zahlt der Bauherr für jeden Monat Verzug - aber das überliest man schnell im Vertrag, da es in nur einem kurzen Satz erwähnt ist, und erfahren tut man es dann erst, wenn es soweit ist, dass man zahlen muss) und dass bei der Bank der Bauherr nicht gleichzeitig der Architekt sein darf, da zwei unterschiedliche Parteien die Unterschriften tätigen müssen.

Mein Fazit: KOMMT NIEMALS AUF DIE DÄMLICHE IDEE, SELBER DIE ARCHITEKTURLEISTUNG FÜR EUER HAUS ZU ERBRINGEN!!!

Es ist unheimlich viel Recherche, die man vorab erbringen muss, damit man weiss, wie man was ausführen muss. Man muss mit CAD-Programmen und Grafikprogrammen zurecht kommen oder die Musse haben sie innert kürzester Zeit zu erlernen. Man benötigt definitiv Freunde, die vom Fach sind und einen unterstützen können. Viele Architektur-Unterlagen (SIA-Vorschriften, Vorgaben für technische Zeichnungen, etc.) kosten ein Vermögen. Oder man hat ein glückliches Google-Händchen und findet einige Informationen nach STUNDEN/ TAGEN der Suche im Internet. Ein Glück zahle ich meine Emails nicht nach Stückzahl, sondern nur die Internetflat-Rechnung. Die Telefonrechnung ist jedoch erheblich gestiegen. Ob man wirklich die viele Arbeitszeit selber investieren will oder lieber das Geld in die Hand nimmt, welches man in genau jener Zeit hätte verdienen können und davon einen richtigen Architekten zahlt, ist nach einigen Monaten Arbeit und durchgemachten Nächten definitiv eine berechtigte Überlegung. Die Verantwortung, die man trägt ist riesig. Niemand hat Verständnis für Fehler aus Unwissen. Die Arbeit MUSS fehlerfrei sein, sonst kann es ärgerlich und vor allem TEUER werden. Und dass der Bautreuhänder, welchen man für die Bank benötigt, so viel Geld kostet, hätte man sicher auch nicht gedacht - nur zum Rechnungen visieren und der Bank weiterleiten und die auf der Rechnung erwähnte Arbeit kontrollieren. Ein weiter Posten der nicht einberechneten Kosten, die man selber tragen muss.

Darum: Seid weise und lasst es von einem Profi machen! Bitte!

Notarwahl

Einen guten Notar auszuwählen und nicht den erstbesten Vorschlag der Bank anzunehmen, ist unserer Erfahrung nach eine gute Idee. Wir haben das nämlich jetzt erst auf die harte Tour lernen müssen!

Wir wurden leider beim Grundstückskauf falsch beraten und mussten jetzt erneut zum Notar, zwecks Ehe-und Erbvertrag mit Aufteilung der Grundstückeigentumsrechte.

Und es ist keine so einfache Sache, wie es jetzt hier klingt. Wir hatten echt grosse Probleme deswegen und waren kurz davor gegen den Notar gerichtlich vorzugehen. Uns wurde jedoch davon abgeraten, da wir, obwohl wir im Recht seien, keine Chance gegen einen beruftlichen "Rechtsverdreher" hätten. Schlussendlich haben wir es aufgegeben, alle Verträge brav unterzeichnet und die Rechnungen widerwillig beglichen.

Darum: Falls Ihr einen Notar sucht - sucht weise aus und holt vorher Erfahrungen und Empfehlungen aus dem Familien- und Freundeskreis ein!

Grundstückserwerb

Unser Grundstückserwerb begann so, wie der Rest der Hausplanung weitergehen sollte: Chaotisch, aber schlussendlich mit gutem Ende.

Im November 2013 begannen wir uns nach Grundstücken umzusehen, da wir kein Haus zu Kaufen fanden, das uns auf Anhieb gefiel. Ja, wir sind sehr anspruchsvoll: Es sollte nicht zu alt sein, so dass Renovationen unser Portmonee noch nicht belasten würden, eine schöne Lage wäre toll, eine Schule in der Nähe, energietechnisch auf einem aktuelleren Stand, damit wir mit gutem Gewissen Wohnen und Leben könnten, einen grossen und offenen Wohnbereich, so wenig Dachschräge wie möglich, helle Zimmer und vor allem viele Zimmer! Mindestens ein 5.5 Zimmer Haus wollten wir haben, eher 6.5. Aber findet mal sowas! Die meisten Häuser haben 4.5 bis 5 Zimmer. Je mehr Zimmer, desto teurer wurde es.

Also entschieden wir, dass wir selber bauen würden, da zudem der Zins gerade traumhaft tief ist. So ging Mayca im November zur Gemeinde in Bennwil und fragte dort nach, welche Grundstücke noch frei seien. Ja, in Bennwil kann man das machen. In einem so kleinen Dorf kennt jeder jeden und auch jeder jedes Grundstück. :) Wir bekamen tatsächlich einen Plan überreicht, auf dem liebevoll kleine Kreuzchen eingezeichnet und uns die jeweiligen Namen der Eigentümer genannt wurden. Zum letzten gesetzten Kreuzchen sagte die nette Dame am Schalter: "Wenn ich nochmal bauen würde, würde ich hier bauen! Das schönste Grundstück des Dorfes!" Uns war immer nur das Grundstück darunter aufgefallen, da der Fussweg zur Schule daran vorbei führt, jedoch das Grundstück darüber hatten wir weder beachtet, noch in Betracht gezogen. So ging Mayca hinaus und schaute es sich an. Und die Dame hatte recht: Es war wirklich grossartig und hatte dazu noch eine wunderschöne Aussicht. Einziger Nachteil: Es lag steil am Hang.

Ebenfalls begutachteten wir ein Grundstück weiter unten im Dorf. Es war eben, hatte einen Brunnen auf der Parzelle und prachtvolle Bäume stehen, von denen man sicher einige stehen lassen könnte für den Garten. Das war schon immer Maycas Traum: Ein grosser, schöner Baum im Garten. Aber: Beim oberen Grundstück hatte es einfach gefunkt. Das war es - das wollten wir haben! Wir riefen beim Besitzer an, der jedoch freundlich erklärte, er würde nicht verkaufen. So führten wir Gespräche mit dem Besitzer des Grundstücks unten. Und wir waren kurz davor es zu nehmen... Aber, das andere Grunstück liess uns einfach nicht los. Also schrieben wir im Februar 2014 eine Karte, legten ein Foto von uns als Familie bei und warfen alles beim Besitzer der oberen Parzelle in den Briefkasten. Es war gerade kurz nach 18:00 Uhr - wir wollten nach schweizer Manier halt nicht beim Abendbrot stören.

Drei Tage später rief er an, bedankte sich für die Karte und rügte uns, dass wir nicht geklingelt hatten. Jedoch erklärte er, dass er nach wie vor nicht verkaufen würde, da er das Grundstück für seine Enkel aufbewahren würde. Nach der nun zweiten Absage dachte Mayca, dass sie nichts mehr zu verlieren hätte und fragte forsch nach, wo denn die Enkel leben würden und ob Bennwil wirklich für sie als zukünftiger Wohnort in Betracht kommen würde. Das hatte er so noch nie überlegt, sagte er und versprach bei seinen Enkeln nachzufragen. Für uns war die Sache jedoch gelaufen und wir befassten uns weiter mit dem anderen Grundstück.

Im März bekamen wir schliesslich den überraschenden Anruf des netten Herrn, dass er uns als Familie gerne zu sich einladen würde zu Kaffee und Kuchen. So fuhren wir im April hin, wo er uns mitteilte, dass er gerne dazu bereit wäre, uns das Grundstück zu verkaufen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich wir waren. Dann ging alles recht "schnell" (für bürokratische Abläufe jedenfalls). Die Vorverträge wurden hin und her geschickt, eine Bank ausgesucht sowie ein Notar und seit heute sind wir nun stolze Besitzer einer Parzelle in dem kleinen Bilderbuchdorf Bennwil. Wir hoffen, hier viele weitere Jahre verbringen zu dürfen - in unserem baldigen Eigenheim.

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